Oder warum muss das Jahr so enden, wie es anfing? Weiß ich es? Ich weiß es nicht. Ich kann nur vermuten, hinterfragen, ein wenig interpretieren.

Das ganze Jahr über, bereits seit Jahren, werden Menschen in Syrien, Palästina, Irak, Afghanistan oder Libanon von Terror heimgesucht, aber erst ein Anschlag in Paris bringt wieder alle aus der Fassung. Viele Muslime beschweren sich darüber, dass Regierungen und Medien im Westen nur um „ihre Opfer“ trauern und nur den Terror gegen „ihre eigenen Leute“ verurteilen würden. Ist das wirklich so überraschend? Und, brauchen wir Muslime deren Trauer und Anteilnahme überhaupt? Wollen wir wirklich, dass z.B. eine Merkel uns ihre Anteilnahme für die Opfer des letzten Anschlages in Beirut vorheuchelt? Oder ist es nicht für alle besser auch in dieser Hinsicht Klarheit zu haben: Die interessieren sich nicht für das Wohlergehen von Muslimen.

Und sie interessieren sich nicht für das Wohlergehen ihrer „eigenen“ Völker. Diese Verurteilungen, Trauerbekundungen und Reden der Anteilnahme sämtlicher westlicher Regierungen, sind weder das Papier wert, auf dem sie geschrieben, noch die Kameras, mit denen sie aufgenommen wurden. Warum? Weil diese Schriften und Reden seit dem 11.9.2001 dieselben Staaten nicht dazu gebracht haben die wahren Ursachen des weltweit wütenden Terrors, und dessen Hintermänner, zu bekämpfen. Nein, es ist noch schlimmer: Diese Politik des vordergründigen Trauerns, ist eine Deckung der im Hintergrund agierenden Terroristen.

Das sei eine typische Verschwörungstheorie? Ist denn die Theorie, dass die Anschläge vom 11.09.2001 im Alleingang von sog. Al Qaida-Terroristen ausgeführt wurden, nicht auch eine Verschwörungstheorie? Und dazu noch eine schwache?

Sammeln wir ein paar Fakten über den „Krieg gegen den Terror“ (Teil I):

  • Der Krieg des Westens in Afghanistan hat weder die Taliban gestürzt, noch den weltweit wütenden Terror gestoppt.
  • Der Krieg des Westens gegen den Irak hat den weltweit wütenden Terror ebenfalls nicht gestoppt.
  • Beide Länder wurden durch die Kriege nachhaltig zerstört, hunderttausende Menschen in beiden Ländern wurden getötet.
  • Der Krieg des Westens gegen Lybien hatte dieselben verheerenden Folgen.
  • Der Krieg des Westens „gegen den Terror“ hat sich nach 14 Jahren als größter Förderer des weltweiten Terrors herausgestellt.

Hinzu kommen folgende Fakten eines weiteren Zweiges des „Krieges gegen den Terror“ (Teil II):

  • Der Westen bekämpft den Iran mit allen Mitteln, indirekt auch militärisch.
  • Der Westen zerstörte weite Teile des Libanons mithilfe „Israels“ im Krieg 2006 im Kampf gegen die Widerstandsorganisation Hizbullah.
  • Der Westen zerstört Palästina mithilfe „Israels“ im Kampf gegen die gesamte palästinensische Bevölkerung.
  • Der Westen zerstört Jemen mithilfe Saudi-Arabiens im Kampf gegen die jemenitische Bevölkerung.
  • Der Westen unterstützt das bahrainische Regime gegen die Mehrheit seiner eigenen Bevölkerung.
  • Der Westen unterstützt alle Kräfte, die in Syrien gegen die Regierung Assads kämpfen, mithilfe seiner arabischen und türkischen Lakaien.

Immer noch Verschwörungstheorie?

Ich erkläre es mal mit anderen Worten: Der Westen unterstützt seit Jahren Terror im Nahen Osten, den er nach seinen Angaben bekämpfen will (Teil I). Vor allem seit 2011 fällt die Maske des Westens in Syrien. Der dortige Konflikt führt der gesamten Weltöffentlichkeit die Verlogenheit des Westens vor Augen: Alle sog. gemäßigten Rebellen sind barbarische Terroristen, und der IS ist die „Krönung“ der verheerenden Politik des Westens im Nahen Osten. Der Westen bekämpft im Nahen Osten jede Kraft, die sich gegen seine Machenschaften im Nahen Osten wehrt, oder die sich gegen einen seiner Lakaien auflehnt (Teil II).

Wer auch immer für die barbarischen Anschläge in Paris verantwortlich ist, er ist weder zufällig vom Himmel gefallen, noch aus einer Grube gekrochen. Die Anschläge in Paris hängen sehr eng mit der Politik des Westens im Nahen Osten und im Palästina-Konflikt zusammen.

Die einen sprechen von Ablenkung, andere sprechen davon, dass „Israel“ sich für bestimmte Entscheidungen der EU räche, wiederum andere sprechen davon, dass der Westen den Anschlag zum Anlass nehmen wolle, seine Füße noch tiefer in den Sumpf seines Krieges gegen Syrien zu stecken, und einige Verwirrte sprechen von Flüchtlingsterror. Letzteres sollte jeder vernünftige Mensch ausschließen. Es ist unlogisch als Terror-Flüchtling hierher zu kommen und um Sicherheit zu bitten, um dann hier Terror zu verbreiten. Die davor genannten Thesen halte ich für wahrscheinlicher, auch in Kombination.

Letztlich bleibt nur zu sagen: Wenn die Regierungen des Westens ihre Trauerbekundungen für die Angehörigen der Opfer des Anschlages von Paris ernst meinen, dann sollten sie jegliche Unterstützung für sog. gemäßigte Rebellen oder offenkundige Terroristen weltweit beenden  – keine Waffen mehr, keine Ausrüstung mehr, kein Geld mehr, keine logistische Unterstützung mehr, keine Ausbildung mehr, keine Deckung durch Medien mehr. Tun sie dies nicht, wird sich nichts ändern, oder es kommt noch schlimmer.

Es muss auch ohne Terror gehen. Und vor allem sollte es auch ohne Regierungen gehen, die ihre Bevölkerungen zugunsten ihres eigenen Machterhalts kontinuierlich belügen.

Euer Ali

Ein Gedanke zu “Der Westen kann nicht ohne Terror

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